4 Gründe, warum ein Kitesurfcamp das Richtige für dich ist

Normalerweise bin ich kein Fan von organisierten Kitereisen und will lieber meine Kitesessions selber einteilen. Trotzdem habe ich letztes Jahr gleich bei zwei Kitesurfcamps mitgemacht und ich war wirklich begeistert. Nicht nur habe ich viele coole Menschen kennengelernt und Freunde aus aller Welt gewonnen, meine Kitesurf-Fähigkeiten haben sich auch exponentiell gesteigert!

Bevor du dich für ein Kitecamp entscheidest, schau doch mal auf unserem Spotguide nach Kitespots, die windmässig zu deiner Reisezeit passen.

Getting ready in Lo Stagnone, Sicily

Natürlich ist so ein Kitecamp nicht für alle geeignet. Wenn du eh schon ein Profi Kitesurfer bist, wird dich dieser Artikel nicht interessieren. Für alle anderen könnte ein Camp durchaus interessant sein, da viele verschiedene Könnnerstufen (Anfänger, Aufsteiger, und Intermediate) und Kitesurf-Stil (Freeride, Foil, Wave kite, Snow kite) angeboten werden.

Ablauf eines Kitecamps

Ein Camp hat normalerweise 5-10 Teilnehmer. Zuerst werden die Teilnehmer nach Könnerstufen eingeteilt, und da mehrere Kitelehrer an einem Camp beteiligt sind, hat man pro Könnerstufe mindestens einen Lehrer. Anhängig von den Windverhältnissen finden pro Tag zwei Kitesessions statt. Das Kitematerial ist meist für Anfänger/Aufsteiger im Preis inbegriffen. Das Lernformat ist ähnlich wie bei Gruppenunterricht, allerdings hast du den großen Vorteil, dass du dein Leihmaterial nicht teilen musst und somit mehr Zeit zum üben hast. Auch wenn dein Lehrer gerade jemand anderes coacht, wird er dich in Auge behalten.

Meist sind Übernachtungen mit Frühstück inklusive, und je nach Kitesurfcamp können dann noch zusätzliche Goodies angeboten werden wie z.B. Yoga, Downwinder, Ausflüge, Parties etc.

Morgen Yoga vor der Kite Session

Die Camps, die ich besucht habe, sind nur für Mädels (ich komme ganz unten noch auf die Vorteile eines reinen Mädelcamps zu sprechen) und sind für alle Twintip Anfänger bis Intermediate geeignet. Ein Camp war in Lo Stagnone, Sizilien und der andere auf Vancouver Island in Kanada. Über meine Kitereise nach Kanada werde ich noch berichten. Beide waren sehr unterschiedlich, aber mega cool.

Nachfolgend werde ich berichten, für wen ein Kitecamp sinnvoll sein könnte.

Für Alleinreisende

Ich reise nun seit einem Jahr meist alleine und wie überall lernt man beim Sport die coolsten Leute kennen, weil man ja schon ein Hobby teilt. In einem Kitesurfcamp knüpft man noch schneller Kontakt, da man viele Tage zusammen auf dem Wasser und auf dem Land verbringt, und in einer gleichgesinnten Gruppe ist es ja immer lustiger. Da viele auch vor den selben Kitesurf-Herausforderungen stehen, ist es wahnsinnig hilfreich, sich untereinander auszutauschen, und sich gegenseitig zu ermutigen and anzuspornen. Ein Kitecamp schweißt definitiv zusammen und du wirst viele neue Freundschaften schließen können.

Chillen nach der Kite Session

Für Aufsteiger und Advanced Kitesurfer

Auch wenn die meisten Kitecamps für Anfänger gedacht sind, finde ich persönlich, dass Anfänger von Kitesurf-Einzelkursen am meisten profitieren und am schnellsten lernen. Aber natürlich ist das eine Frage des Geldes und der persönlichen Vorlieben.

Für mich hat ein Kitesurfcamp den größten Mehrwert darin, dass ich neue Tricks lernen möchte, aber mich entweder nicht wirklich traue oder nicht genau weiß, wie ich das machen soll. Letztes Jahr wollte ich Backroll Hand Drag und die ersten unhooked Tricks lernen. Auch nach zahlreichen YouTube Videos habe ich das nicht hinbekommen, bis meine Coaches im Camp mich auf Schwächen hingewiesen haben. Schon Kleinigkeiten wie „zieh deine Knie hoch“ oder „wirf dein Kopf mehr zurück“ haben mir schon viel geholfen. Vor allem wurde mir auch die Angst vor Kiteloops und Unhooking genommen. Ich wusste, dass jemand mir zu Hilfe kommen wird wenn etwas schief geht, sodass ich mit viel mehr Zuversicht neue Dinge ausprobieren konnte. Und so konnte ich in relativ kurzen Zeit viele neue Tricks erlernen, für die ich sonst wahrscheinlich recht lange gebraucht hätte.

Der Moment, wenn alle deinen Erfolg feiern

Für alle, die ein besonderes Kitererlebnis wollen

Viele der Kitesurfcamps werden von Kitern geführt, die für die Teams der großen Kitemarken kompetitiv kitesurfen. So lernt du die Team Rider, deren krassen Videos du von YouTube kennst, auch persönlich kennen. Deswegen ist es auch von großem Vorteil, wenn du bereits an deine ersten Tricks oder auch schon an etwas komplizierteren Manöver arbeitest, weil du dann vom Wissen der Pros am meisten profitieren kannst. Mein Coach im Kitecamp in Lo Stagnone war Francesca Bagnoli, ehemalige Dritte in World Kiteboarding League und sie hat mir wirklich viele wertvolle Tips geben können.

Campen und Kitesurfen in Nitinat, Vancouver Island

Einige Camps werden auch in einem besonderen Setting angeboten und werden z.B. mit einem mehrtätigen Downwinder oder einer Kitesafari kombiniert, bei der du eine Woche auf einem Boot untergebracht wirst und jeden Tag an einem anderen Spot kitest oder Inselhopping machst. Die Vorteile liegen auf der Hand: du kitest da, wo andere nicht hinkommen und hast paradiesische Verhältnisse fast für dich alleine. Allerdings sind diese Camps auch etwas teurer.

Für Mädels

Ich habe bei der Auswahl der Kitesurfcamps nicht bewusst auf Girls only geachtet, sondern bin nach dem Angebot des Gesamtpakets vorgegangen. Jedoch kann ich ein Mädelscamp wärmstens empfehlen, weil ich so viele tolle Frauen kennengelernt habe, die genauso kite-verrückt sind wie ich. Gerade bei einem Sport, der eher männerdominiert ist, freue ich mich immer, wenn ich eine Gruppe von Mädels sehe. Ich glaube auch, dass Mädels untereinander sich besser gegenseitig motivieren und pushen können als in einer gemischten Gruppe, aber das ist nur meine Meinung.

Previous Post Next Post